Kita-Bedarfsplan 2026: Gezielte Anpassung der Betreuungsangebote
Die Zahl der Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bleibt in Mainz bis 2030 voraussichtlich weitgehend stabil. Gleichzeitig zeigen sich zwischen den Stadtteilen deutliche Unterschiede bei der Entwicklung der Bedarfe. Während viele Stadtteile inzwischen sehr gut versorgt sind und die Zahl der Geburten beziehungsweise der Nulljährigen rückläufig ist, besteht in einzelnen Stadtteilen weiterhin zusätzlicher Bedarf an Betreuungsplätzen.
Der „Kindertagesstätten-Bedarfsplan 2026 mit Prognose bis 2030“ liegt jetzt als Entwurf vor. „Mainz bleibt eine familienfreundliche und attraktive Stadt. Gleichzeitig müssen wir unsere Betreuungsangebote künftig noch stärker an den tatsächlichen Bedarf in den einzelnen Stadtteilen anpassen“, erklärt Sozial- und Kinderdezernentin Jana Schmöller. „Der neue Bedarfsplan zeigt deutlich, dass wir in vielen Bereichen bereits gut aufgestellt sind. Künftig geht es daher stärker um eine gezielte Steuerung und Anpassung der Platzkapazitäten.“
Der Kindertagesstätten-Bedarfsplan wird jährlich mit einer Prognose für die kommenden fünf Jahre erstellt. Er analysiert die Betreuungssituation in den einzelnen Stadtteilen und stellt die Entwicklung differenziert nach Altersgruppen dar. Der Bedarfsplan wird zunächst in der Arbeitsgruppe Kindertagesförderung des Jugendhilfeausschusses beraten und anschließend dem Jugendhilfeausschuss sowie dem Stadtrat vorgelegt.
Wie aus dem aktuellen Bedarfsplan hervorgeht, lebten zum Stichtag 30. September 2025 insgesamt 10.096 Kinder mit einem Rechtsanspruch auf Betreuung in Mainz. Die Zahl der Kinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt ist in den vergangenen zwei Jahren um rund drei Prozent gesunken. In einzelnen Stadtteilen wie der Neustadt, Gonsenheim oder Bretzenheim ist zudem ein deutlicher Rückgang bei den Geburtenzahlen festzustellen. Frühere Prognosen zu steigender Geburtenentwicklung weichen von der tatsächlichen Entwicklung ab.
Zum 31. Dezember 2025 standen insgesamt 9.381 Betreuungsplätze in Kindertagesstätten, Elterninitiativen und in der Kindertagespflege zur Verfügung. Die stadtweite Versorgungsquote liegt derzeit bei 102 Prozent im Ü2-Bereich (Kinder ab vollendetes zweites Lebensjahr bis zur Einschulung) und bei rund 85 Prozent im U2-Bereich (Kinder bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres).
In einzelnen Stadtteilen besteht weiterhin zusätzlicher Bedarf an Betreuungsplätzen. Insbesondere in Weisenau sollen daher weitere Plätze geschaffen werden. Darüber hinaus sind Inbetriebnahmen, Anpassungen von Betriebserlaubnissen oder Umzüge unter anderem in der Oberstadt, der Neustadt sowie in Mombach vorgesehen.
Die Stadt Mainz verfolgt weiterhin das Ziel, eine bedarfsgerechte Versorgung sowohl für U2 als auch für Ü2 bis zur Einschulung sicherzustellen. Besonders die Kindertagespflege bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil des Betreuungsangebots für die jüngsten Kinder.
Ein weiterer Schwerpunkt des Bedarfsplans liegt auf der inklusiven Betreuung. Kinder mit Beeinträchtigungen können bereits heute viele der städtischen Kitas besuchen. Die Verwaltung will diesen Bereich auch künftig weiter stärken.
Darüber hinaus berücksichtigt der neue Bedarfsplan erstmals umfassend die Anforderungen des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG). Mit dem schrittweisen eingeführten Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder erweitert sich die Bedarfsplanung künftig auch um Plätze in der Nachmittagsförderung von Grundschulkindern.
„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Deshalb wollen wir die Kinderbetreuung in Mainz auch künftig bedarfsgerecht, verlässlich und wirtschaftlich tragfähig weiterentwickeln“, so Sozialdezernentin Jana Schmöller.