Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Grabsteinsanierung an SchUM-Welterbe
Die Landeshauptstadt Mainz erhält von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine Förderung zur Sanierung von Grabsteinen des Alten Jüdischen Friedhofs. Die Übergabe des Fördervertrags von 85.000 Euro an Oberbürgermeister Nino Haase und Ludwig Holle, Dezernent für Bauen, Denkmalpflege und historisches Erbe erfolgte am Freitag, 27. März 2026, um 13 Uhr vor Ort.
Seit 2021 gehört der Alte Jüdische Friedhof als Teil der SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz zum UNESCO-Welterbe. Die Landeshauptstadt hat seitdem umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um das Areal langfristig für Besucher:innen zugänglich zu machen. Aktuell entsteht ein Besuchszentrum, dessen Eröffnung für den Spätsommer geplant ist.
Parallel dazu läuft ein langfristig angelegtes Restaurierungsprojekt: Über einen Zeitraum von elf Jahren werden die historischen Grabsteine gesichert und konserviert. Besonders die oft stark verwitterten Inschriften der fragilen Buntsandsteine sind gefährdet. Ihre Erhaltung ist von zentraler Bedeutung, da sie die jahrhundertealte Geschichte der jüdischen Gemeinde in Mainz dokumentieren.
Oberbürgermeister Nino Hasse und Ludwig Holle, Dezernent für Bauen, Denkmalpflege und historisches Erbe, nahmen heute auf dem Jüdischen Friedhof den Fördervertrag für restauratorische und konservatorische Maßnahmen an Grabsteinen vom Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz entgegen. Die Summe von 85.000 Euro deckt ein Drittel der Projektkosten für das Jahr 2026. Die Fördersumme der DSD setzt sich aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie Mitteln der Lotterie GlücksSpirale in Rheinland-Pfalz zusammen.
Der Oberbürgermeister dankte Dr. Juliane Parys, DSD Vorstand und Jürgen Häfner, Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz und betonte die Bedeutung der Förderung:
„Der Alte Jüdische Friedhof ist ein einzigartiges Zeugnis jüdischer Geschichte in Mainz und weit darüber hinaus. Die Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hilft uns, dieses bedeutende Kulturerbe dauerhaft zu sichern und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Ludwig Holle schloss an: „Die Grabsteine sind nicht nur kulturhistorisch wertvoll, sondern vor allem Träger individueller Erinnerungen und religiöser Traditionen. Ihre Restaurierung ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die wir mit großer Sorgfalt verfolgen. Die Förderung ermöglicht uns, diese Arbeit auf hohem fachlichem Niveau fortzuführen.“
Der Alte Jüdische Friedhof, nordwestlich der Mainzer Innenstadt gelegen, zählt zu den ältesten jüdischen Friedhöfen Europas. Viele Grabsteine stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die Vielfalt der Formen sowie die hebräischen und deutschen Inschriften spiegeln die lange und bedeutende Geschichte der jüdischen Gemeinde wider.
(aga)


